Checkliste Arzttermine vorbereiten

Die Checkliste Arzttermine vorbereiten hilft dir dabei, gemeinsam mit deiner Mutter oder deinem Vater wichtige Fragen, Beobachtungen und Unterlagen für einen Arzttermin zusammenzustellen. Eine gute Vorbereitung kann helfen, Veränderungen gezielt anzusprechen und wichtige Fragen im Gespräch nicht zu vergessen.

1. Veränderungen vor dem Termin beobachten

☐ Welche Beschwerden sind neu aufgetreten?
☐ Seit wann bestehen die Veränderungen?
☐ Haben sich bestehende Beschwerden verstärkt?
☐ Schmerzen: Wo, wann und wie stark?
☐ Veränderungen bei Mobilität oder Gleichgewicht?
☐ Stürze oder Beinahe-Stürze?
☐ Veränderungen bei Essen, Trinken oder Gewicht?
☐ Veränderungen beim Schlaf?
☐ Veränderungen bei Stimmung oder Verhalten?
☐ Auffälligkeiten möglichst mit konkreten Beispielen und Datum notieren

2. Vergesslichkeit und Orientierung beobachten

☐ Werden Termine oder Abmachungen häufiger vergessen?
☐ Werden dieselben Fragen wiederholt gestellt?
☐ Werden Medikamente vergessen oder doppelt eingenommen?
☐ Gibt es Schwierigkeiten mit Rechnungen oder anderen gewohnten Aufgaben?
☐ Gibt es Probleme mit zeitlicher oder örtlicher Orientierung?
☐ Haben Angehörige deutliche Veränderungen im Alltag bemerkt?
☐ Beobachtungen beim Arzt konkret schildern
☐ Bei zunehmender Vergesslichkeit fragen, ob eine weitere Abklärung sinnvoll ist
☐ Bei Bedarf mit dem Arzt besprechen, ob ein kognitiver Test wie der MoCA sinnvoll sein könnte

3. Medikamente vorbereiten

☐ Aktuelle Medikamentenliste mitnehmen
☐ Auch Medikamente notieren, die nur bei Bedarf eingenommen werden
☐ Nahrungsergänzungsmittel und frei gekaufte Präparate erwähnen
☐ Prüfen, ob Medikamente tatsächlich wie verordnet eingenommen werden
☐ Nebenwirkungen oder Auffälligkeiten notieren
☐ Fragen zu einzelnen Medikamenten aufschreiben
☐ Bei Unklarheiten nach Zweck und Einnahme der Medikamente fragen

4. Diagnosen und Krankheitsbilder kennen

☐ Gemeinsam klären, welche Diagnosen bekannt sind
☐ Nachfragen, wenn eine Diagnose oder deren Bedeutung unklar ist
☐ Wichtige Vor- und Begleiterkrankungen notieren
☐ Allergien und Unverträglichkeiten festhalten
☐ Frühere Operationen oder wichtige Behandlungen berücksichtigen
☐ Fragen, worauf im Alltag bei bestehenden Erkrankungen besonders geachtet werden sollte
☐ Seriöse Informationen zu den Krankheitsbildern nutzen, um Veränderungen besser einordnen zu können

5. Fragen vor dem Termin aufschreiben

☐ Die wichtigsten Fragen vorab gemeinsam notieren
☐ Was könnte die Ursache der neuen Beschwerden sein?
☐ Sind weitere Untersuchungen notwendig?
☐ Müssen Medikamente angepasst werden?
☐ Gibt es etwas, das zu Hause beobachtet werden sollte?
☐ Ist Physiotherapie, Ergotherapie oder eine andere Unterstützung sinnvoll?
☐ Wann sollte die nächste Kontrolle stattfinden?
☐ Bei welchen Veränderungen sollte früher Kontakt aufgenommen werden?

6. Unterlagen mitnehmen

☐ Krankenversicherungskarte
☐ Aktuelle Medikamentenliste
☐ Vorhandene Arzt- oder Spitalberichte, wenn relevant
☐ Ergebnisse früherer Untersuchungen, falls vorhanden
☐ Blutdruck- oder andere Messwerte, wenn diese zu Hause dokumentiert werden
☐ Liste der aktuellen Beschwerden und Veränderungen
☐ Liste mit den wichtigsten Fragen

7. Angehörige einbeziehen – wenn gewünscht

☐ Mit Mutter oder Vater besprechen, ob eine Begleitung zum Arzttermin gewünscht ist
☐ Vorher klären, welche Themen gemeinsam angesprochen werden sollen
☐ Wünsche und Entscheidungen der betroffenen Person respektieren
☐ Falls gewünscht, klären, ob Angehörige medizinische Informationen erhalten dürfen
☐ Bei Bedarf eine entsprechende Einwilligung oder Vollmacht mit der Arztpraxis klären
☐ Gemeinsam besprechen, ob Angehörige Einsicht in relevante medizinische Unterlagen erhalten sollen

8. Nach dem Arzttermin

☐ Wichtige Ergebnisse und Empfehlungen notieren
☐ Neue oder geänderte Medikamente in der Medikamentenliste aktualisieren
☐ Neue Termine direkt eintragen
☐ Verordnete Therapien oder Untersuchungen organisieren
☐ Klären, wer welche Aufgabe übernimmt
☐ Beobachten, ob sich der Zustand verändert
☐ Bei Unklarheiten nochmals bei der Praxis nachfragen

Gut zu wissen:

Angehörige bemerken Veränderungen oft früh, weil sie die Person und ihren Alltag gut kennen. Konkrete Beispiele können für das Arztgespräch hilfreich sein. Medizinische Informationen und Akteneinsicht werden jedoch gemeinsam mit der betroffenen Person und unter Wahrung ihrer Selbstbestimmung geregelt.